Im Jahre 2016 könnte man annehmen, dass alle Schulbücher digital zur Verfügung stehen. Dass dies leider nicht so ist, findet man leider immer wieder bestätigt. Die Verlage sind nicht wirklich daran interessiert. Hier müsste das Kultusministerum vorschreiben, dass dies für jedes anerkannte Schulbuch Pflicht ist, auch als digitale Version abrufbar zu sein. Aber wie die Verlage ticken,  kann man an der Geschichte mit dem Schultrojaner ablesen.digitale-schulbuecher

Bei meiner Recherche fand eine Seite für die sich einige Verlage zusammengeschlossen haben, um digitale Schulbücher-Lizenzen für 12 Monate umsonst anzubieten. Die Seite „Digitale Schulbücher“ ist ein Ableger des Vereins „Verband Bildungsmedien e. V.“, die beiden unter derselben Adresse in Frankfurt hausieren.

Und die großen Schulbuchverlage Klett und Cornelsen sind auch dabei. Schöne Sache, dachte ich (kurz, bzw. sehr kurz) und suchte nach den Büchern unserer Tochter Serafina. Sie geht in die sechste Klasse eines Gymnasiums.

Wird ja alles schön erklärt auf der Seite http://digitale-schulbuecher.de. Den Code für die Schullizenzen müssen die Lehrer auf den jeweiligen Verlagsseiten für jeweils 20 Schüler für ein Jahr beantragen. So weit so gut. Klett_logoKlett hat eine gute Seite mit der Möglichkeit die gewünschten bayerischen Schulbücher nach Kategorien zu suchen.

Die Suche nach den Kriterien „Bayern“, „Gymnasium G8“, „6. Schuljahr“, „“Digitale Schulbücher“ ergab genau zwei Treffer: Konetschno! Russisch als 2. Fremdsprache, Band 1 und 2.

Ich habe dann mal bei Klett nachgefragt: „Kann es sein, dass ich bei der Suche nach Schulbücher meiner Tochter keinen einzigen Treffer bekomme“. Lange Frage, kurze Antwort: „Ja“. Da konnte ich nicht widerstehen und fragte warum das aktuelle Englischbuch eines bayerischen Gymnasiums nicht in digitaler Form vorliegt. Antwort: „Es ist wahrscheinlich zu alt, das gibt es nicht digital.“ Liegen Bücher heute nicht alle vor dem Druck digital vor?

Cornelsen logo

Zu Cornelsen gehört das Angebot „Scook.de„, das die digitale Schülerbücherei ins Fenster stellt. Und wen wundert’s, natürlich gibt es das Deutschbuch unserer Tochter auch nicht in digitaler Form.

Zur Erklärung der Überschrift: Bei der Recherche nach der Übersetzung von Konetschno! habe ich dann folgende Passage gefunden:

„Hallo, haben Sie eine Oma?“
Die Verkäuferin: Да, конечно! (Da, konetschno!) – „Ja, natürlich!“.

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